Platz - Strasse - Raum

 

Platz - Strasse - Raum

steht das gut gelungene dem misslungenen Beispiel gegenüber mit je einem Bild und einem zügigen Text, der das Urteil begründet. Oft sind machen scheinbare Kleinigkeiten den Unterscheid aus, Unachtsamkeiten und Grobheiten. Nebst dem grossen Essay zum öffentlichen Raum steht ein Beitrag von Benedikt Loderer über die Piste als den wahren öffentlichen Raum, die Soziologin Jöelle Zimmerli, die seit Kind Zweitwohnerin in Madulain ist, denkt über die Möglichkeiten nach, wie der gebaute öffentliche Engadiner Raum verbessert werden könnte und Köbi Gantenbein wagt eine kulturpolitische Spekulation zum Dorfrand und fasst das Nötige in «Zehn Gebote für den öffentlichen Raum» zusammen

 

 

Tourismus in geschützter Landschaft

FORUM ENGADIN und die Stiftung Terrafina Oberengadin führten am 12. Oktober 2013 im Hotel Waldhaus am See, St. Moritz, gemeinsam einen Anlass für die Gönner unserer beiden Vereinigungen durch. Anschliessend an den geschlossenen Gönneranlass referierte Herr Dr. Raimund Rodewald, Leiter der Stiftung Landschaftsschutz Schweiz (SL), im Rahmen eines öffentlichen Anlasses zum Thema «Tourismus in geschützter Landschaft».

Die insgesamt rund 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmer dokumentierten mit ihrem grossen "Aufmarsch" und  einer regen Diskussion am Ende des Vortrags, dass wir mit dem Thema ein ausgesprochen aktuelles Thema aufgegriffen hatten, und dass der Referent die Thematik äusserst kompetent und eindringlich dargestellt hat.

Unter den folgenden beiden Links finden Sie sowohl die Vortragsfolien von Herrn Rodewald als auch den Veranstaltungsbericht von Ursa Rauschenbach-Dallmaier, der bereits in der Engadiner Post vom 19. Oktober fast vollständig erschienen ist.

Tourismus in geschützter Landschaft - Bericht Ursa Rauschenbach

Vortrag Dr. Raimund Rodewald (Folien)

 

Das Oberengadin nach dem 11. März 2012

Die Annahme der Volksabstimmung über die Initiative "Schluss mit uferlosem Bau von Zweitwohnungen" hat landesweit grosse Erschütterungen ausgelöst. Für das Oberengadin hat das Ergebnis eine sehr grosse Tragweite.
Im Beitrag "Das Oberengadin nach dem 11. März 2012" nimmt unser Stiftungsratsmitglied Bernard Bachmann Stellung zum Abstimmungsergebnis, zum ersten politischen Echo und zum unmittelbaren Handlungsbedarf.
 

Professor Dr. Hansruedi Müller, Universität Bern, zur Lage des Schweizer Alpentourismus

Professor Müller ist im Engadin kein Unbekannter; er hat hier, 2004 auch als Gast von FORUM ENGADIN, schon mehrmals die auf Quantität statt Qualität ausgerichtete Entwicklung des Tourismus kritisch kommentiert.
An der Veranstaltung des Forschungsinstituts für Freizeit und Tourismus FIF der Uni Bern, äusserte sich Professor Müller, der das Institut bis 31. Januar 2012 leitete, erneut zu diese Problematik.
Sie können seine Gedanken in den beiliegenden Artikeln aus der Engadiner Post vom 2. Februar 2012 nachlesen:
- Der Alpentourismus im Wachstumsdilemma,
sowie
- Der Verlust des touristischen Kapitals
  und den Kommentar "Umdenken" von Stephan Kiener

Kreisverfassung Oberengadin - kantonale Gebietsreform

Die Oberengadiner Kreisverfassung, seinerzeit mit starker Unterstützung der Stiftung eingeführt, hat eine gewisse Demokratie und Transparenz in die Arbeitsweise des Kreisrats gebracht.

Nun besteht jedoch das Risiko, dass über die vom Regierungsrat ausgelöste Gebietsreform des Kantons Graubünden - mit der Komplizität der alteingesessenen Parteien - diese Neuerung rückgängig gemacht werden, indem der Kreisrat wieder zum Senat der Gemeindevorstände zurückgestuft würde. Wir beteiligen uns an der Vernehmlassung der Gebietsreform und bringen unsere diesbezüglichen Vorbehalte deutlich vor. Die weitere Entwicklung beobachten wir genau; wir werden der Wählerschaft den allfälligen Verlust an direktdemokratischen Mitwirkungsmöglichkeiten bewusst machen.

Die demokratischen Fortschritte, welche die Kreisverfassung dem Oberengadin gebracht hat, dürfen durch die geplante Gebietsreform des Kantons Graubünden nicht zunichte gemacht werden. Der durch die Gebietsreform ausgeübte Druck auf eine Gemeindefusion darf weder zu einer emotional aufgeladenen Ablehnung noch zu Schnellschusslösungen führen.

Für die Stiftung Terrafina Oberengadin:
Claudio Caratsch, Präsident

Regionalplanung

Nachdem vor zwei Jahren der Richtplan Zweitwohnungsbau in Kraft gesetzt wurde, bemüht sich die Stiftung, eine einheitliche Gestaltung des Jahresberichts des Kreises zu bewirken, damit Quervergleiche zwischen den Gemeinden möglich werden. Dabei geht es uns insbesondere auch darum, dass nicht nur Veränderungen des Zweitwohnungsbestands nach einheitlichen Kriterien gemeldet und statistisch erfasst werden, sondern auch der Ausgangsbestand an altrechtlichen und Erstwohnungen sowie deren Veränderungen, einschliesslich der Umwandlung von altrechtlichen Wohnungen in Zweitwohnungen.

Die Vermietung von Zweitwohnungen ist noch ein kontroverses Thema: wenn kein Zwang erfolgen soll, wäre eine fiskalische Belohnung zu erwägen.

Die Bereitstellung von Erstwohnungen zu erschwinglichen Preisen wird über die Durchsetzung eines obligatorischen 50% Erstwohnungsanteils bei allen Neubauten angepeilt.

Die Rahmenbedingungen für die Hotellerie sollen verbessert werden. Die von der Stiftung veranlasste professionelle Studie „Betriebswirtschaftliche Machbarkeit neuer Ferienhotels soll die Diskussion darüber anregen.

Die von den eidgenössischen Räten leider erneut auf die lange Bank geschobene Volksabstimmung über die Landschaftsinitiative wird Gelegenheit geben, der Wählerschaft die notwendige Einfrierung der Bauzonen beliebt zu machen.

Die Stiftung vertritt weiterhin folgende Anliegen:
- Der öffentliche Verkehr verbessert sein Angebot.
- Die Talstrasse darf nicht zur internationalen Transitachse ausgebaut werden.
- Zum Schutz der Landschaft werden die Siedlungen klar begrenzt.
- Die Gestaltung der Siedlungsränder und Gewerbezonen wird verbessert.
 

Terrafina-Preis für vorbildliches Wirken

Der Einsatz für den Schutz der Landschaft und die nachhaltige Entwicklung des Oberengadins erfordert Zivilcourage, Durchhaltewillen und Standfestigkeit gegenüber anderen Interessengruppen. Durch die Verleihung eines Anerkennungspreises an einzelne Personen oder Gruppen, die sich für die Grundanliegen der Stiftung stark machen, soll dieser Einsatz gewürdigt und gefördert werden. Der Stiftungsrat sieht vor, einmal jährlich, allenfalls in grösseren Zeitabständen, einen Preis zu vergeben, der aus einem Geldbetrag besteht. Er hat ein Reglement erlassen, worin die Anerkennungskriterien festgehalten sind. Wichtige Voraussetzungen für die Verleihung des Terrafina-Preises sind auch Kreativität, Nachhaltigkeit und Uneigennützigkeit. „Stetes, unspektakuläres Wirken im engen Umfeld, heisst es im Reglement, „kann ebenso anerkennungswürdig sein wie der öffentliche Auftritt auf Gemeinde- oder Kreisebene unter Mitwirkung der Medien.

Wir haben im Jahre 2010 den scheidenden Gemeindepräsidenten von Bever, Bruno Giovanoli, mit diesem Preis ausgezeichnet; er hat mit Engagement und Erfolg die Meinung der Bevölkerung für eine kontrollierte Neuordnung des Flugplatzes Samedan mobilisiert.

Terrafina befragt die Hoteliers

Die Stiftung Terrafina Oberengadin stellt sich den Entwicklungen entgegen, welche die einzigartige Landschaft des Oberengadins bedrohen. Im Interesse des Landschaftsschutzes liegen sowohl die Beschränkung des Zweitwohnungsbaus als auch die Erhaltung der traditionellen Hotellerie. Der Standortfaktor „Ruhe in intakter Natur dürfte für die Hotels aller Kategorien wichtig sein, insbesondere für jene, die nicht mit dem höchsten Komfort ausgestattet sind. Der Stiftungsrat möchte mit den Hoteliers ins Gespräch kommen, um die Probleme der Branche zu identifizieren und die Lösungsansätze zu erörtern. Er fragt sich, ob die Region eines Hotel-leitbildes bedarf, das die zukünftige wünschbare Entwicklung aufzeigt, die dafür erforderlichen Rahmenbedingungen definiert und die geeigneten Steuerungs-instrumente bezeichnet. Aufgrund der gewonnenen Erkenntnisse wird er das weitere Vorgehen bestimmen.

Die in der zweiten Hälfte 2010 durchgeführte Studie durch die HTW Chur „Hotelstudie Oberengadin: Betriebswirtschaftliche Machbarkeit neuer (Ferien-) Hotels wurde im ersten Halbjahr 2011 publik gemacht und in einer Veranstaltung von FORUM ENGADIN öffentlich diskutiert. Die Studie zeigt zwar, dass gut geführte Hotels sich auch wirtschaftlich bewähren und die notwendigen Mittel für den laufenden Unterhalt ihrer Gebäude generieren. Anderseits wird deutlich, dass der Neubau vergleichbarer Hotels mit der gleichen Leistung in keinem der untersuchten Fälle möglich wäre. Entsprechende Projekte müssten deshalb unter kontrollierten Umständen mit Subventionen unterstützt werden (beispielsweise Terrain zu günstigen Bedingungen oder Modell Silvaplana).

Kontakt
Stiftung Terrafina Oberengadin
Postfach
CH-7525 S-chanf

Telefon +41 (0)81 854 16 73
E-Mail info@terrafina.ch